Auf Nummer sicher?

Halleluja, na endlich! Schlappe 20 Jahre nach dem letzten Teil der Serie hat Microsoft bekannt gegeben, dass Age of Empires IV in Entwicklung ist. Nach dieser Ankündigung wurde es jedoch direkt wieder ruhig um das Spiel, bis es in den letzten Wochen und Monaten dann aber auch endlich etwas Handfestes zu sehen und hören gab. Ein Gameplay-Trailer und Entwickler-Interviews verrieten nicht nur, was Age of Empires IV grundsätzlich für ein Spiel wird, sondern auch erste Details.

Entwickler Relic scheint sich dabei ganz auf die Tugenden vom beliebten Age of Empires 2 zu besinnen. Das dürfte Serienveteranen freuen, die sich bei den Belagerungsszenen, der Optik der Gebäude und dem Einheitendesign gleich heimisch fühlen. Man kann das neue alte Konzept also durchaus positiv sehen. Man kann aber auch enttäuscht sein.

Offizieller Gameplay Trailer von Age of Empires IV

Denn Age of Empires ist nicht nur irgendein Franchise, sondern eine der beliebtesten Echtzeitstrategie-Marken überhaupt. Nach ganzen zwei Jahrzehnten Zeit für die Ideenfindung, wirkt das, was wir bisher vom vierten Teil gesehen haben eher wie ein größeres Update zum zweiten Teil, statt wie das Einläuten einer neuen Age of Empires-Ära. Das kann natürlich täuschen, denn obwohl es inzwischen mehr Details zum Spiel gibt, sind wir noch weit entfernt von einer Informationsflut. Bisher können wir nicht mal von einer Informationswelle sprechen. Eher von Tröpfchen. Aber diese Tröpfchen geben bisher wenig Anlass dazu, sich auf große kreative Ideen und Innovationen zu freuen.

Eine der brennensten Fragen war bisher, in welcher Epoche Age of Empires IV spielen wird. Der dritte Teil knüpfte mit der Zeit ab 1500 an das Mittelalter vom zweiten Teil an. Es gab also durchaus Vermutungen, dass wir da weitermachen werden, wo Teil drei aufgehört hat: am Ende des 19. Jahrhunderts. Ein Age of Empires, das die Neuzeit betritt? Das sich mit den beiden Weltkriegen auseinandersetzen muss? Für viele eine Schreckensvorstellung, klebt der süße Saft der Nostalgie doch untrennbar an Burgmauern und Trebuchets. Und genau dafür hat sich Entwickler Relic dann letztlich auch entschieden: für Burgen und Trebuchets. Als hätten wir davon seit über einer Dekade nicht genug gesehen. Mit der HD-Version und seit neuestem sogar der Definitive Edition von Age of Empires 2 sogar mehrmals aufgegossen.

Und so kann man beim Anblick der „neuen“ Bewegtbilder verzückt und erleichtert in seinen Gaming-Chair zurücksinken. Man kann sich aber auch langweilen, wenn man mehr erwartet hat.

Und ja, es wird Neues geben: größere Armeen, bemannte Mauern, größere Unterschiede zwischen den Völkern und leider auch Heldeneinheiten. Es kann also durchaus sein, dass sich Age of Empires IV erfrischend anders anfühlt als Teil zwei und einfach nur das beliebte mittelalterliche Korsett eines Age of Kings umgeschnallt hat. Um das zu beurteilen, müssen Spieler und Tester erstmal selbst ran dürfen. Es kann aber auch sein, dass sich Relic nach dem zwar frischen aber gerade deswegen ungeliebten Warhammer: Dawn of War III nicht mehr getraut hat, mehr Innovation in die Waagschale zu werfen, wenn es um einen große Seriennamen geht. Wenn dem so ist, ist das mehr als schade und eine verpasste Chance für eine der besten Strategie-Serien überhaupt.

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