Biowares letzte Chance?

Stand BioWare bis vor kurzem noch vor allem für immersive Story-Games à la Star Wars: Knight of the Old Republic, Mass Effect oder Dragon Age, verbinden Spieler inzwischen eher zwei Worte mit dem Spieleentwickler: fatales Scheitern. Die lang erwartete Fortsetzung der Mass-Effect-Trilogie konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Und sogar ein regelrechtes Desaster geworden, ist der jüngste Spross Anthem. Es läuft also alles andere als gut für BioWare. Dragon Age 4 könnte die letzte Chance sein, die das Studio noch hat.

Dragon Age: Origins bot den Spielern eine spannende Geschichte und gut geschriebene Charaktere. Fans erwarten das gleiche vom vierten Teil.

Um es direkt vorweg zu nehmen: BioWare gehört zu Electronic Arts und steht damit finanziell grundsätzlich auf einem sicheren Fundament. Daran dürfte es also nicht scheitern. Was die Vergangenheit aber auch gezeigt hat ist, dass EA nicht zögert wenig erfolgreiche Entwicklerstudios zu schließen, egal wie traditionsreich sie auch sein mögen.

Nachdem Kotaku-Journalist Jason Schreier erst kürzlich in einer umfassenden Reportage die Zustände offengelegt hat, unter denen bei BioWare gearbeitet wird, ist nun auch für Außenstehende sichtbar: es läuft etwas gewaltig schief beim Entwickler. Es ist nicht nur so, dass die für die Spieleentwicklung üblichen Hindernisse überwunden werden müssen. Vielmehr muss BioWare strukturelle Probleme in den Griff kriegen: ausgebrannte Mitarbeiter, ein konzeptloses Management, interne Konkurrenzkämpfe und fehlende, spielerische Visionen.

Gerade Letzteres ist Mass Effect: Andromeda und Anthem zum Verhängnis geworden. Zu wenig war selbst den Entwicklern bewusst, wohin die Reise mit den beiden Spielen gehen soll. Zu sehr scheint der Fokus letztendlich darauf gesetzt worden zu sein, die Spieler möglichst lange bei der Stange zu halten, statt gut zu unterhalten. Games-as-a-Service as it’s best! Das mag der Trend der Zeit sein und für einen Teil der Spielergemeinde funktionieren. Es funktioniert aber nicht für BioWare und dessen Fans, die eine andere Erwartungshaltung an das Studio haben, als EA.

Die Chance, die Mass-Effect-Reihe wiederzubeleben, hat BioWare mit Andromeda verpasst. Das gleiche gilt für die völlig neue Welt eines Anthem, das viele Freiheiten und Möglichkeiten geboten hätte, neue Geschichten in einem neuen Universum zu erzählen. Nun haben sie mit Dragon Age 4 und somit mit einem ihrer größten Marken die nächste Chance den Fans das zu geben, was sie wollen: ein immersives Spiel mit Fokus auf Storytelling und den Charakteren. Diese Chance sollte BioWare nutzen, denn es könnte ihre letzte sein.

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